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Public-Relations-Forum - Sachthemen - Brauchen wir Regeln für die E-Mail-Kommunikation? » Neue Antwort erstellen

katrin42
Neuzugang

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Anmeldedatum: 25.03.2008
Beiträge: 1
Wohnort: Hannover
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Beitrag 06.05.2008, 11:40   Brauchen wir Regeln für die E-Mail-Kommunikation?
      



E-Mails sind zumindest im Job mittlerweile das vorherrschende Kommunikationsmittel. Viele von uns werden jedoch regelrecht überschwemmt – vor allem mit unwichtigen und zeitraubenden Mitteilungen. Zudem gelten innerhalb der elektronischen Kommunikation anscheinend die Regeln der höflichen Umgangsformen immer weniger.

Der Linguist Gerald Fründt hat nun vor diesem Hintergrund 111 Regeln für die Kommunikation per E-Mail entwickelt. Ziel soll es sein, einen besseren, höflicheren und schnelleren schriftlichen Umgang miteinander zu fördern.
Beim Lesen stellt sich jedoch die Frage, ob die Kommunikation via Mail hier vielleicht etwas überbewertet wird, denn alles wird bis ins Letzte hinterfragt und mit Empfehlungen versehen: Von der „richtigen“ Begrüßungsformel über Sprache und Schreibweisen bis hin zu Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, Konflikte via E-Mail zu provozieren oder eben zu lösen. Zudem sind sie teilweise recht kompliziert formuliert und schwer nachvollziehbar.

Nachzulesen sind Fründts Gedanken hier http://www.e-mailknigge.de/111EMailRegeln.htm.
Zusammen mit dem manager-magazin hat er einen Schnelltest entwickelt, der innerhalb von Minuten Auskunft darüber gibt, ob Sie ein Profi in Sachen E-Mail-Kommunikation sind: http://www.manager-magazin.de/it/artikel/0,2828,442240,00.html.

Was meinen Sie? Brauchen wir Regeln für die Kommunikation via E-Mail? Was ist von Fründts Vorschlägen zu halten?



Anja Floetenmeyer
Schreiber

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Anmeldedatum: 20.10.2006
Beiträge: 8
Wohnort: Hannover
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Beitrag 07.05.2008, 10:48   
      



111 Regeln sind sicher recht detailliert - aber im emailverkehr ist es wie im richtigen leben: wer regeln ignorieren will, muss sie kennen. fründt hat einen guten standard vorgelegt - ob man seine regeln immer befolgt, ist eine andere sache.

ein kommunikationsprofi, der seine mails gelegentlich mit dem unsäglichen LG* unterzeichnet, ist in meinen augen keiner. aber wir schreiben ja auch erst das jahr 2008. wer weiß, wie sich unsere kommunikation in den nächsten jahren weiterentwickeln wird.



*LG = Liebe Grüße, eine kurzform die aus dem SMS-gebrauch ins online-dasein geschwappt ist. unsäglich deshalb, weil "liebe grüße" für den businessbereich zu privat und jovial erscheint.



_________________
Some are wise - some otherwise
Ulf-Hendrik Schrader
Administrator

Administrator

Anmeldedatum: 07.09.2006
Beiträge: 39
Wohnort: Hannover
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Beitrag 07.05.2008, 15:51   Overdone
      



Mal ehrlich: So viele Regeln braucht kein Mensch und wird sich auch kein Mensch jemals durchlesen. Gerald Fründt hat es sicher gut gemeint, dafür gebührt ihm Respekt. Und wer beruflich mit Kommunikation zu tun hat, wird darin bestimmt auch Brauchbares finden. Von daher alles prima. Schade nur, dass so sein Wunsch, "ein besserer [...] schriftlicher Umgang miteinander möge sich ausbreiten [...] wie eine Flut!" leider nicht in Erfüllung gehen wird.
Denn Regelwerke, Gebote, Tipplisten usw., die über 10 oder maximal 15 reichen, sind wirklich unhandlich und machen keinen Spaß mehr. Wer also mit Sendungsbewusstsein unterwegs ist und seine Empfänger nicht verfehlen will, sollte diese Grenze niemals überschreiten.



Nick Naylor
Neuzugang

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Anmeldedatum: 24.10.2006
Beiträge: 3

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Beitrag 09.05.2008, 09:54   
      



So viele Regeln braucht kein Mensch? Kürzlich habe ich einen Artikel über die abnehmende Bedeutung von Straßenverkehrsregeln gelesen. Demnach werden diese anscheinend von immer mehr Menschen in Deutschland als lästige Hemmnisse empfunden, die nicht weiter beachtet werden müssen. Die Ablehnung und Missachtung von Regeln greift in vielen Lebensbereichen zusehends um sich. Der millionenschwere Steuerbetrug als „gefühltes Kavaliersdelikt“ ist da nur die Spitze des Eisbergs.

Regeln regeln das Miteinander. Es geht nicht darum, die Regeln zu kennen, um sich dann darüber hinwegzusetzen. Die Regeln sollten vielmehr soweit verinnerlicht sein, dass sie gar nicht mehr als Regeln bzw. äußerer Zwang empfunden werden. Dies macht überhaupt erst die Zivilisation aus! Der E-Mail-Verkehr wäre dann ohne bewusstes Zutun fast wie von selbst von guten Umgangsformen, Anstand, Respekt und Höflichkeit geprägt…



PR Newbie
Vielschreiber

Vielschreiber

Anmeldedatum: 14.04.2007
Beiträge: 44

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Beitrag 11.05.2008, 10:19   Manche Regeln sind wichtig!
      



Nick Naylor hat Folgendes geschrieben:
Regeln regeln das Miteinander. Es geht nicht darum, die Regeln zu kennen, um sich dann darüber hinwegzusetzen. Die Regeln sollten vielmehr soweit verinnerlicht sein, dass sie gar nicht mehr als Regeln bzw. äußerer Zwang empfunden werden. Dies macht überhaupt erst die Zivilisation aus! Der E-Mail-Verkehr wäre dann ohne bewusstes Zutun fast wie von selbst von guten Umgangsformen, Anstand, Respekt und Höflichkeit geprägt…


Ich finde einige Regeln sollten eingehalten werden; Grußformel, gut strukturierter Text (Einleitung, Hauptteil, "Ausleitung"), damit der Empfänger auch erkennt worum es dem Sender geht und dann natürlich die Abschiedsformel.

Was daran so schwer sein kann, so dass Wissenschaftler große Abhandlungen darüber schreiben müssen, verstehe ich nicht!

Aber Werte und zwischenmenschlicher Respekt sind sowieso Dinge, die immer mehr an Wert verlieren, gut zu erkennen an der Raucherdiskussion, in der sich die Raucher als Opfer wähnen, obwohl diese die Menschen, trotz höflicher Aufforderungen mit dem Rauchen aufzuhören, natürlich gibt es Ausnahmen, anraunen und ihnen womöglich Gewalt androhen - persönliche Erfahrungen - und dann, trotz herrschenden Rauchverbots weiter rauchen und sich im Recht sehen - schließlich haben sie das Recht auf Freie Entfaltung.
In unserer heutigen Gesellschaft sind solche Werte, auch manchmal in der digitalen Kommunikation, nicht mehr anzutreffen, zumindest recht häufig.

Dass man sich an Abkürzungen aufhängt und dem Sender dann böse ist, weil er dachte, der Empfänger sei an sich eine sympathische Person, der er vielleicht gerne statt nur freundliche auch liebe Grüße sendet. Irren ist bekanntlich menschlich, darum lasst uns nicht so streng sein, bei Kleinigkeiten! Wink



GF08
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Anmeldedatum: 08.05.2008
Beiträge: 1
Wohnort: Stade
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Beitrag 23.05.2008, 08:53   E-Mail & Straßenverkehr
      



Ich bin dankbar für den Hinweis auf den Straßenverkehr - weil er die Komplexität gut erfasst.
Aber zunächst: Für mich sind "Regeln" viel viel mehr als ein Straßenschild.
Für mich gehört auch zu den Regeln: Wie verhalte ich mich VOR einer Kurve, wie IN einer Kurve, wie NACH einer Kurve? Zu den Regeln gehört: Wie fahre ich bei Nieselregen, bei leichtem Regen und wie bei so genanntem Stark-Regen - übrigens ein neuer Begriff.
Und jetzt wird es aufwändiger (und am Horizont tauchen die 111 auf ): Wie fahre ich VOR einer Kurve bei Stark-Regen usw.
Jetzt könnte man das noch ergänzen um Lichtverhältnisse, Straßenbelag, Einsehbarkeit der Kurve und so weiter und so fort.


Die Anregung, einen wesentlich weiter gefassten Regel-Begriff zu nehmen, in der Hoffnung, Nachdenken zu provozieren, bekam ich ausgerechnet von dem Herrn Fr. v. Knigge - ich zitiere:

"Wissen Sie, wie Knigge ums Leben gekommen ist? ... Nein? .... Also: Adolph Freiherr von Knigge, der Verfasser des Buches "Über den Umgang mit Menschen" machte eine Seereise. Das segelschiff, auf dem er fuhr, scheiterte im Sturm und sank. Als Knigge so im Wasser dahin schwamm, verzweifelt nach Land ausspähend, nahte sich ihm ein riesiger Haifisch. Knigge zog den Dolch aus dem Gürtel, bereit, sein Leben zu verteidigen. Da schaute ihn der Haifisch erstaunt an, öffnete den Rachen und sagte mit vorwurfsvoller Stimme: "Aber Herr von Knigge, ... Fisch mit dem Messer?!"
Knigge zuckte zusammen, zögerte noch einen Augenblick, dann warf er den Dolch mit resignierter Gebärde in die Wellen. Der Haifisch verspeiste den wehrlosen Schwimmer, und so kam der Freiherr von Knigge ums Leben.
Diese amüsant erfundene Geschichte zeigt genau die falsche Vorstellung, welche die Allgemeinheit von dem Buch "Über den Umgang mit Menschen" hat."

Dieses Zitat stammt übrigens aus einer Ausgabe des Buches von 1946 (!) und trägt den Hinweis: "Published under Military Government Information Control License Nr. US-E-148" - es bestand wohl die Hoffnung, dass die Lektüre geeignet sei, den Deutschen den Weg "zurück" in die Zivilisation zu zeigen. Ganz ehrlich, als ich das Buch durch Zufall auf einem Dachboden fand, hatte ich ein wenig Gänsehaut - viele liebe Grüße G. Fründt



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